Hamburg2015-032

Ingo Egloff, Andreas Rimkus, Arno Klare, Daniel Hosseus (v.l.)

Mit dem Besuch des Hamburger Hafens im April haben die beiden NRW-Verkehrspolitiker Andreas Rimkus und Arno Klare den schon lange geplanten Wunsch realisiert, sich vor Ort einen Eindruck von der Logistik, der gesamten Verkehrsanbindung und der Leistungsfähigkeit der Hafenanlagen zu verschaffen. Auf Einladung des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe e. V. (ZDS) haben die Politiker den Hafen besichtigt. Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Universalhafen und trägt zusammen mit Bremerhaven, Rostock, Lübeck, Kiel und einen guten Dutzend weiterer Seehäfen in Deutschland dazu bei, dass im Jahr 2014 rund 304 Millionen Tonnen Güter aller Art umgeschlagen werden konnte.

Für die kommenden Jahre wird mit durchschnittlichen Zuwachsraten von etwa 2,6 Prozent im Güterumschlag der Häfen gerechnet. Die Seeverkehrsprognose 2030 des Bundesverkehrsministeriums geht davon aus, dass der für Deutschland relevante Hafenumschlag bis 2030 auf rund 470 Millionen Tonnen Gütern steigen wird.

Eine der wesentlichen Herausforderungen des Hafens sind die Spitzenlasten durch Großcontainerschiffe. Durch die neuen Schiffsklassen, die mit bis zu 16.000 bis 18.000 TEU (TEU = Standardcontainermaß) rund doppelt so groß sind, wie viele der derzeitigen Standardklassen, wird es in der Zukunft vermehrt Spitzenlasten beim Containerumschlag geben. Um die Masse an Containern effektiv und schnell umzuschlagen muss die Logistik perfekt darauf abgestimmt sein und der Abtransport von den trimodalen Terminals muss durch entsprechende Verkehrsinfrastruktur optimiert werden.

„Die rasante Entwicklung der Containerschiffgrößen in den letzten 30 Jahren hat die umgeschlagene Menge von rund 5.000 Tonnen Stückgut pro Frachter auf über 58.000 Tonnen ansteigen lassen. Die Verweildauer der Schiffe im Hafen ist von mehreren Tagen auf heute nur noch rund 33 Stunden gesunken. Vor Hamburg2015-022diesem Hintergrund werden die enormen Anstrengungen in der Logistik und im Ausbau der Hafenkapazitäten deutlich. Der Besuch in Hamburg hat mir nochmal deutlich gemacht, wie leistungsfähig und gut eingespielt der Betrieb und die Abläufe organsiert sind“, beschreibt Andreas Rimkus den Hafenbesuch.

Auftakt war eine Hafenrundfahrt mit dem Vorstand des Hafen Hamburg Marketing e.V. Ingo Egloff, der die verschiedenen Terminals, die betreibenden Firmen und ihre Kapazitäten erklärte. Auch das Thema Elbvertiefung und die Notwendigkeit des Ausbaus wurden angesprochen, ebenso wie die geplanten Hafenflächenerweiterungen. Daniel Hosseus vom ZDS begleitete die beiden Abgeordneten während der gesamten Tour und baute die Brücke mit Hintergrundinformationen zwischen den einzelnen Stationen.Hamburg2015-018

Nach der ersten Hafenbesichtigung konnte bei der Firma ADM (Archer Daniels Midland Company), einem der weltweit größten Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Lieferanten von Lebensmittelzutaten, der Terminal zur Anlieferung der Rohstoffe besichtigt werden. ADM bietet Produkte für Lebensmittel und Tierfutter, für die chemische Nutzung und zur Energiegewinnung an und beliefert u.a. namhafte Hersteller der deutschen Lebensmittelindustrie. Vor Ort werden die Rohstoffe in großen Silos zwischengelagert und für den weiteren Transport vorbereitet. Dazu stehen nach dem Verladen vom Schiff Befüllungsanlagen für LKWs und den Bahntransport zur Verfügung.

Als nächste Stationen waren Besuche der Terminals von Eurogate und der Hamburger Hafen und Logistik AG auf der Agenda. Bei Eurogate wurden Andreas Rimkus und Arno Klare von dem Generalbevollmächtigten Gunther Bonz begrüßt, der gleichzeitig auch Präsident der Feport ist. Bei dem Gespräch wurde die Veränderung der Landfläche und der Infrastruktur am Eurogate-Kai verdeutlicht. Moderne Containerschiffe mit bis zu 400 Metern Länge nehmen den gesamten Kai in Anspruch und können bis zu 20.000 TEU laden, von denen im Durchschnitt in Hamburg rund 9.000 TEU gelöscht und geladen werden. Das Hafengelände der Eurogate steht auch vor einer notwendigen Erweiterung, damit die Kapazitäten weiter den wachsenden Frachtmengen angepasst werden kann.

Hamburg2015-049Den Abschluss des Besuches in Hamburg bildeten das Hafengelände und die Terminals der Hamburger Hafen und Logistik GmbH (HHLA), wo Thorsten Engelhardt, der Leiter der Unternehmenskommunikation, Arno Klare und Andreas Rimkus begrüßt hat.

Mit Doppelcontainerbrücken wird die Anzahl der Ladevorgänge an den HHLA Terminals pro Stunde erheblich beschleunigt, da nach der Hauptbrücke noch eine weitere Brücke die Container zu den automatisierten Transportfahrzeugen (Automated Guided Vehicle kurz AGV ) absetzen kann, während die Hauptbrücke schon wieder einen neuen Container aus dem Schiff aufnehmen kann. Sämtliche AGVs sind mit Elektromotoren ausgestattet und fahren computergestützt die Ladestationen zu den LKWs oder für den Weitertransport mit der Bahn an.

Hamburg2015-051Thorsten Engelhardt von der HHLA fasste die Herausforderungen des Hamburger Hafens zusammen: „Für die wichtigste deutsche Im- und Exportdrehscheibe, den Hamburger Hafen, der rund 150.000 Menschen Arbeit gibt, sind angesichts der Schiffsgrößenentwicklung und den damit verbundenen Frachtmengen Investitionen in den Ausbau der Schienen- und Straßeninfrastruktur sowie in die Fahrrinnenanpassung der Elbe dringend geboten.“

„Die trimodalen Terminals in Hamburg zeigen eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit dieses Logistikbausteins. Für mich ist der Ausbau von KV-Terminals ein wichtiger und begrüßenswerter Baustein für effiziente Logistikkonzepte und der Einsatz elektrisch betriebene Transportfahrzeuge ein wesentlicher Bestandteil“, so Andreas Rimkus.

Fotos von dem gesamten Besuch in Hamburg finden Sie hier im Flickr-Album

 

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