Auf Einladung des Düsseldorfer SPD-Bundestagsabgeordneten Andreas Rimkus war Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Donnerstag zu Besuch in Düsseldorf und tauschte sich mit Vertretern der Kommunalpolitik und mit Unternehmen über konkrete Klimaschutzmaßnahmen und innovative Projekte in der NRW-Landeshauptstadt aus. An dem Besuch von Svenja Schulze nahmen auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Markus Raub sowie der Vorsitzende des Ausschusses für Umweltschutz im Stadtrat Philipp Tacer teil.

Düsseldorf hat im vergangenen Jahr den Klimanotstand ausgerufen und im Stadtrat beschlossen, dass Düsseldorf bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein soll. Dieser wegweisende Beschluss, der der globalen Menschheitsaufgabe des Klimaschutzes auch lokal Rechnung trägt, hat zur Folge, dass die Landeshauptstadt Düsseldorf ihr erfolgreiches und ambitioniertes kommunales Klimaschutzprogramm um weitere Maßnahmen und Meilensteine ausweitet, um dieses Ziel zu erreichen.

Basierend auf den Zahlen von 2016 muss der CO2-Ausstoß in Düsseldorf um rund 67 Prozent reduziert werden, von rund 4,2 Millionen Tonnen auf 1,4 Millionen pro Jahr. Dafür bedarf es kluger Steuerungsinstrumente die den Entscheidern in Politik, Wirtschaft und den Verbrauchern transparent machen, welche Klimaschutzmaßnahmen effektiv und effizient sind. Hierfür wurde in Düsseldorf eine Methodik entwickelt, mit denen Klimaschutzmaßnahmen im Hinblick auf ihr konkretes CO2-Minderungspotential und die dafür anfallenden Kosten, aber auch die langfristigen ökonomischen Ersparnisse dieser ökologischen Maßnahmen in einer Rangfolge priorisiert werden können. Dies ist eine transparente und klare Entscheidungsgrundlage für die Erreichung der Klimaneutralität in Düsseldorf.  Insbesondere in den Sektoren Verkehr und Wärme müssen weitere CO2-Einsparungen realisiert werden, um die Klimaschutzziele in unserer Stadt zu erreichen. OB Thomas Geisel und der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Düsseldorf, Dr. Udo Brockmeier, stellten der Bundesumweltministerin die Methodik vor und erläuterten, mit welchen Konzepten und Maßnahmen in Düsseldorf an der Klimawende gearbeitet wird.

Im Anschluss an den Termin bei den Stadtwerken Düsseldorf ging es zum zweiten Teil des Besuches von Svenja Schulze in Düsseldorf. Unweit des Stadtwerke-Kraftwerk „Fortuna“ stand ein Termin bei dem Düsseldorfer Unternehmen ABC Logistik im Hafen auf dem Programm. Dort haben die Geschäftsführer Holger und Michael te Heesen der Bundesumweltministerin das Projekt „incharge – Smarte Innenstadtlogistik“ vorgestellt. Das incharge-Konzept bietet Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen die Möglichkeit, Warenlieferungen zu bündeln und unnötige Lieferfahrten zu vermeiden. Waren werden zunächst in das innenstadtnahe Logistikzentrum von incharge gebracht und von dort dann bedarfsgerecht zum nächsten Ziel transportiert, mit emissionsarmen sowie komplett emissionsfreien Fahrzeugen. Die Lieferungen werden außerhalb der Hauptverkehrszeiten, möglichst in den frühen Morgenstunden, erledigt. Die Vorteile dieser Lösung für die Unternehmen liegen auf der Hand: Statt unzähligen zeit- und ressourcenintensiven  Einzellieferungen werden die benötigten Waren mit einer einzigen vorsortierten Lieferung angeliefert. Auch Einzelpersonen und Verbraucher können sich ihre Einkäufe aus dem Einzelhandel bequem und umweltfreundlich nach Hause liefern lassen. Gekaufte Produkte werden noch am selben Tag mit einem Elektrofahrzeug zu den Kunden nach Hause geliefert, so lässt sich der Einkauf in der Stadt selbst bei Großeinkäufen mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad erledigen. Das Projekt incharge ist Bestandteil des Luftreinhalteplans  der Landeshauptstadt Düsseldorf und wurde bereits mit dem „Rheinischen Innovationspreis 2020“ ausgezeichnet.

Andreas Rimkus MdB: „Ich freue mich sehr, dass Svenja Schulze in meinen Düsseldorfer Wahlkreis gekommen ist. Dies unterstreicht die Wertschätzung, die Svenja Schulze den umwelt- und klimapolitischen Aktivitäten in Düsseldorf entgegenbringt. Als Energiepolitiker im Bundestag setze ich mich auf Bundesebene für eine gelingende Energiewende ein, die die Ziele Klimaschutz, Soziales und Arbeit miteinander verbindet. Vor Ort in Düsseldorf leisten OB Thomas Geisel und die SPD-geführte Ratsmehrheit eine hervorragende Arbeit für einen sozial gerechten und effektiven Klimaschutz in unserer Stadt. Ich bin überzeugt, dass wir in Düsseldorf dank der klugen Herangehensweise der Verantwortlichen die Klimaneutralität bis 2035 erreichen können und dabei auch zeigen, dass wir mit nachhaltigen Technologien unsere Stadt modernisieren. Aktivitäten wie die von ABC Logistik zeigen, dass innovative Unternehmen Teil der Lösung für wirksamen Umweltschutz und mehr Lebensqualität in unseren Städten sind. Ich wünsche dem Projekt incharge weiterhin viel Erfolg und setze darauf, dass sich viele weitere Unternehmen und Verbraucher diesen intelligenten Lösungen anschließen. Von Bundesseite aus werde ich solche lokalen Aktivitäten weiter mit Tatkraft unterstützen, zum Beispiel durch die Verstetigung von Förderprogrammen für emissionsfreie Fahrzeuge.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Mein Dank gilt Andreas Rimkus MdB für die Einladung nach Düsseldorf und das interessante Programm, was er gemeinsam mit den Düsseldorfer Akteuren organisiert hat.  Die mir vorgestellten Projekte bei den Stadtwerken Düsseldorf und bei dem Familienunternehmen ABC Logistik haben deutlich gemacht, dass Düsseldorf mit Nachdruck und mit überzeugenden Konzepten an der Umsetzung der ehrgeizigen städtischen Klimaschutzziele arbeitet. Die Methodik zur Erreichung der Klimaneutralität 2035 kann wegweisend und beispielgebend auch für andere Kommunen sein. Thomas Geisel hat das Thema Klima- und Umweltschutz zur Chefsache in Düsseldorf erklärt und beweist, dass er effektiv und gemeinsam mit der lokalen Politik und den Unternehmen vor Ort dafür sorgt, dass die Stadt Stück für Stück umweltfreundlicher und nachhaltiger wird. Der Stadt Düsseldorf wünsche ich weiter viel Erfolg bei ihren umweltpolitischen Aktivitäten. Die Kommunen haben mich bei der Entwicklung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen weiter an ihrer Seite, weil wir die Kommunen brauchen, um das in Paris beschlossene Klimaziel zu erreichen.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Ich habe der Bundesumweltministerin gerne unseren Plan für eine leistungsfähige Planung, Steuerung und Kontrolle der Maßnahmen auf dem Weg zu Klimaneutralität 2035 vorgestellt. Ich will, dass die Klimaneutralität 2035 nicht nur in Sonntagsreden oder in Ratssitzungen feierlich erklärt wird, sondern dass wir dieses Ziel auch tatsächlich erreichen. Das Düsseldorfer Unternehmen ABC Logistik hat eine Lösung, die gut ist für die Verkehrswende, die Umwelt und alle beteiligten Unternehmen. Kommunen sollten die Möglichkeit erhalten, Anreize zu schaffen, dass sich möglichst viele an einem solchen System der Verkehrsvermeidung beteiligen.“

Ratsherr Philipp Tacer, Vorsitzender des Ausschusses für Umweltschutz: „Das war ein schöner und motivierender Tag in Düsseldorf, der ganz im Zeichen der Umweltpolitik stand. Unser Düsseldorfer Weg für mehr Klimaschutz kann sich sehen lassen und stieß auf großes Interesse und Zustimmung bei der Bundesumweltministerin. Die Kommunen spielen eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz, da in den Städten ein Großteil der C02-Emissionen und des Energieverbrauchs anfallen. Deswegen müssen Klimaschutz und die Energiewende vor Ort umgesetzt werden. Svenja Schulze hat bei ihrer Arbeit als Bundesumweltministerin die Rolle der Kommunen klar im Blick und ist eine starke Partnerin für den lokalen Klimaschutz. Die konkrete Düsseldorfer Vorgehensweise und die erarbeitete Methodik für unsere Klimaschutzmaßnahmen belegen, dass der Beschluss zur Klimaneutralität 2035 für uns keine Symbolpolitik war, sondern wir dieses Ziel konkret umsetzen. Die entwickelte Methodik wird uns dabei unterstützen, unser erfolgreiches Düsseldorfer Klimaschutzprogramm weiterzuentwickeln und zusätzliche Maßnahmen wie den konsequenten Ausbau der Fernwärme, mehr Photovoltaik-Anlagen in der Stadt und eine umweltfreundliche Verkehrspolitik umzusetzen. Die politischen Gegner solcher Maßnahmen müssen dann auch Farbe bekennen, wie sie ohne effektive und konkrete Klimaschutzmaßnahmen die Klimaneutralität 2035 erreichen wollen. Mein Dank gilt ausdrücklich auch dem Unternehmen ABC Logistik, da das incharge-Konzept sowohl auf den Klimaschutz als auch auf unsere Verkehrswende einzahlt. Smarte und ökologische Lieferkonzepte reduzieren unnötige Fahrten, sind betriebswirtschaftlich sinnvoll und fördern die Lebensqualität in Düsseldorf. Weiter so!“

Wer sich über die umfangreichen umweltpolitischen Ziele der SPD Düsseldorf informieren möchte, kann sich hier das entsprechende Kapitel Umweltschutz des Kommunalwahlprogramms anschauen: [Hier als PDF- Download]