Im Rahmen seiner Sommertour hat der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete und stv. verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Andreas Rimkus das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) in Duisburg besucht und sich vor Ort über die Arbeit des Instituts informiert und sich zu aktuellen Themen der Branche ausgetauscht. Das DST ist ein An-Institut der Universität Duisburg-Essen und beschäftigt sich mit den technologischen und verkehrlichen Entwicklungspotentialen in der Schifffahrt. Zunehmende internationale Arbeitsteilung, eine Integration von Märkten und die Bedürfnisse von Unternehmen und Verbrauchern haben zu einem anhaltenden Anstieg der Verkehrsnachfrage geführt. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Für die Transport- und Logistikbranche ergibt sich demzufolge nicht nur die Herausforderung, diesen Transportbedarf zu bedienen, sondern ihn auch effizient im Hinblick auf den Einsatz von finanziellen Mitteln, den Ressourcenverbrauch und einen schonenden Umgang mit der Umwelt zu gestalten. In diesem Zusammenhang ist die effiziente Nutzung von Verkehrswegen und die Förderung ökologischer Verkehre ein zentraler Baustein moderner Verkehrspolitik. Die (Binnen-)Schifffahrt bietet hier enorme Potentiale und Vorteile, denn sie verfügt über erhebliche und mit vergleichsweise geringem Mittelaufwand realisierbare und zugleich umweltschonende Kapazitätsreserven. Zukünftig werden Verringerungen der Umweltbelastung immer wichtiger. Schiffe haben die geringsten spezifischen auf den Tonnenkilometer bezogenen Brennstoffverbräuche aller Transportmittel, daher besteht hier zukünftig erhöhter Forschungs- und Anwendungsbedarf. Auch um die Seehäfen und die Straßen auf dem Land zu entlasten, wird eine nachhaltige Integration der Binnen-, Küsten- und Hochseeschifffahrt in Transportketten immer wichtiger. Um diese verkehrspolitischen Ziele zu erreichen ist ein stetiger Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft unabdingbar. Genau dies war der Anlass für den SPD-Verkehrsexperten Andreas Rimkus, das DST zu besuchen. 

 

Während der Führung durch das Institut: DST-Leiter Prof. Bettar el Moctar, Benjamin Friedhoff (DST), Andreas Rimkus MdB, Joachim Zöllner (Vorstand DST)

Während der Führung durch das Institut: DST-Leiter Prof. Bettar el Moctar, Benjamin Friedhoff (DST), Andreas Rimkus MdB, Joachim Zöllner (Vorstand DST)

Das Bestreben der Unternehmen zur Senkung von Betriebskosten geht in der Branche einher it steigenden Aufwendungen für die Organisation und die Durchführung der Transporte. Das Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme steht den Transportdienstleistern, der Industrie und der Politik als Beratungsinstitution in allen Fragen zur Verfügung, die die Entwicklung und Umsetzung marktgerechter und nachhaltiger Transportkonzepte in der Binnen- und Küstenschifffahrt betreffen. Neben der Erarbeitung von systematischen Grundlagen für den Bau von Binnenschiffen und der Formoptimierung spielt insbesondere auch die Manövrierfähigkeit der Schiffe sowie die ständige Verbesserung der Antriebsanlagen mit Motor, Propeller und Hinterschiff eine wichtige Rolle. Die Strömungsbedingungen und die Druckverhältnisse am Hinterschiff und um den Propeller sind ausschlaggebend für insgesamt gute und effiziente Gesamtwirkungsgrade. Der Trend zu größeren Schiffseinheiten führt in der Binnenschifffahrt zu neuen Herausforderungen, da die Wechselwirkungen der Schiffe mit dem Flüssen oder Kanälen immer wichtiger werden. Das betrifft die Abmessungen, die Propulsion, die Ruder und besonders die Bugstrahlanlagen. Auch die gewählte Geschwindigkeit des Schiffes ist von Bedeutung, da sie die Antriebsleistung und daher den Brennstoffbedarf und den Einfluss auf die Umwelt beeinflussen. Um diese technischen Zusammenhänge weiter zu erforschen, werden die Schiffskörper und deren Antriebsanlagen im DST in Modellversuchen unter anderem in einem Schleppkanal getestet.

Vor dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme in Duisburg: Benjamin Friedhoff (DST), Herr Rusche (BDB), Martin Deymann (Geschäftsführer Reederei Deymann), MdB Andreas Rimkus, Joachim Zöllner (DST), Marcel Lohbeck (VBW), Prof. Bettar el Moctar (Wissenschaftlicher Leiter DST)

Vor dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme in Duisburg: Benjamin Friedhoff (DST), Herr Rusche (BDB), Martin Deymann (Geschäftsführer Reederei Deymann), MdB Andreas Rimkus, Joachim Zöllner (DST), Marcel Lohbeck (VBW), Prof. Bettar el Moctar (Wissenschaftlicher Leiter DST)

Im gemeinsamen Austausch zwischen dem SPD-Bundestagsabgeordneten, den Vertretern des DST und des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. sowie dem Geschäftsführer der Reederei Deymann wurde unter anderem auch über das Potential der Elektromobilität für die Binnenschifffahrt gesprochen. So bieten sich Elektromotoren als ein Element von hybriden Antriebstechnologien auf Schiffen insbesondere für temporäre Situationen an, beispielweise wenn Schiffe an Wohngebieten oder sensiblen Naturschutzgebieten vorbei fahren. Der Einsatz von E-Mobilität würde hier zu einer Vermeidung von umwelt- und gesundheitsschädlichen Emissionen wie Lärm oder Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid beitragen. Durch den Einsatz von Telematik und ein topographiebewusstes Fahren stehen außerdem weitere Möglichkeiten bereit, um den Brennstoffverbrauch der Schiffe zu reduzieren und die Klimabilanz zu verbessern.

 

 „Der Besuch im Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme hat mich darin bestätigt, dass die Güterschiffe ein Verkehrsmittel der Zukunft sind. Der wirtschaftliche Trend, dass mehr Güter nachgefragt werden und dementsprechend transportiert werden müssen, stellt uns vor die Herausforderung, diese Verkehre umweltschonend und effizient zu gestalten. Die Schifffahrtsbranche hat mich daher auf ihrer Seite, wenn es um Verbesserungen unser Infrastruktur und der Rahmenbedingungen für die Schifffahrt sowie die Förderung moderner Antriebs- und Verkehrslenkungstechnologien geht. Die Potentiale des Schiffsverkehrs unterstreichen zudem, dass der Verkehrssektor seinen Beitrag zur Energie- und Klimawende leisten kann und leisten wird. Als Verkehspolitiker ist es mir wichtig, dass ich mich auch im Dialog mit der Wissenschaft befinde und von Forschern und Entwicklern Hinweise für verkehrspolitische Initiativen erhalte. Ich danke daher dem DST für die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Instituts erhalten zu haben. Der Forschungseinrichtung wünsche ich weiterhin viel Erfolg, ich habe wichtige Impulse aus Duisburg mitgenommen, die ich für meine Arbeit in Berlin und Düsseldorf gut gebrauchen kann“, so das Fazit von Andreas Rimkus.

 

 

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